Wo ist mein Container eigentlich? So funktioniert Container-Tracking
Sobald ein Container unterwegs ist, stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Wo befindet sich unsere Ware gerade? Bei Paketsendungen ist eine laufende Sendungsverfolgung längst selbstverständlich. Auch internationale Containertransporte lassen sich heute digital verfolgen. Das funktioniert jedoch etwas anders als beim klassischen Paketversand.
Das übliche Container-Tracking zeigt in erster Linie einzelne Statusereignisse entlang der Transportkette. Eine durchgängige GPS-Live-Ortung ist bei einem normalen Seecontainer hingegen nicht automatisch enthalten. In diesem Beitrag erklären wir, wie Container-Tracking funktioniert, welche Informationen dabei zur Verfügung stehen und warum sich angezeigte Ankunftstermine während der Reise verändern können.
Die Containernummer als eindeutige Kennzeichnung
Jeder im internationalen Verkehr eingesetzte Frachtcontainer besitzt eine standardisierte Identifikationsnummer. Sie bleibt dem Container zugeordnet und ermöglicht seine eindeutige Erfassung in Dokumenten, Buchungssystemen und an den verschiedenen Stationen der Transportkette.
Eine Containernummer besteht aus:
- drei Buchstaben als Eigentümer- beziehungsweise Betreiberkennzeichen,
- einem Buchstaben als Kennzeichen der Ausrüstungskategorie,
- sechs Ziffern als Seriennummer,
- einer abschließenden Prüfziffer.
Ein Beispiel ist:
BICU 123456 5
Je nach Reederei oder Tracking-System kann eine Sendung außerdem über die Buchungsnummer oder die Nummer des Konnossements, des sogenannten Bill of Lading, gesucht werden.
Wie funktioniert Container-Tracking?
Während eines Containertransports werden an verschiedenen Punkten Statusmeldungen erzeugt. Diese stammen je nach Transportabschnitt beispielsweise von Reedereien, Terminals oder weiteren beteiligten Dienstleistern.
Typische Ereignisse können sein:
- Übernahme oder Bereitstellung des Containers,
- Eingang am Exportterminal,
- Verladung auf das Schiff,
- Abfahrt des Schiffes,
- Entladung in einem Umschlaghafen,
- Weiterverladung auf ein Anschlussschiff,
- Ankunft im Zielhafen,
- Entladung vom Schiff,
- Bereitstellung zur Abholung,
- Rückgabe des leeren Containers.
Welche Meldungen tatsächlich angezeigt werden, hängt vom jeweiligen Anbieter und vom Transportverlauf ab. Nicht jedes System stellt dieselben Informationen zur Verfügung. Außerdem können Statusmeldungen zeitversetzt übertragen oder aktualisiert werden.
Ist Container-Tracking eine Live-Ortung?
Das übliche Container-Tracking ist meist keine lückenlose Echtzeitortung.
Stattdessen wird dokumentiert, wann ein Container bestimmte Stationen erreicht oder definierte Ereignisse durchlaufen hat. Zwischen zwei Statusmeldungen kann daher ein längerer Zeitraum liegen.
Bei speziell ausgerüsteten Containern können zusätzliche Telematikdaten verfügbar sein. Dazu gehören je nach Technik beispielsweise:
- Standortinformationen,
- Temperaturwerte,
- Luftfeuchtigkeit,
- Erschütterungen,
- Türöffnungen.
Solche Funktionen sind jedoch nicht bei jedem Container und nicht bei jedem Transport standardmäßig enthalten.
Was bedeutet ETA?
Eine der wichtigsten Angaben beim Container-Tracking ist die ETA. Die Abkürzung steht für: Estimated Time of Arrival
Gemeint ist damit der voraussichtliche Ankunftszeitpunkt des Schiffes oder der Sendung an einem angegebenen Hafen beziehungsweise Zielort. Die ETA ist allerdings eine Prognose und keine verbindliche Garantie. Sie wird während der Reise anhand der jeweils verfügbaren Informationen aktualisiert. Wichtig ist außerdem: Die Ankunft des Schiffes bedeutet nicht automatisch, dass der Container sofort abgeholt werden kann.
Nach dem Einlaufen können weitere Schritte notwendig sein, zum Beispiel:
- Zuweisung eines Liegeplatzes,
- Entladung des Schiffes,
- Bearbeitung durch das Terminal,
- gegebenenfalls zollrechtliche Freigabe,
- Bereitstellung des Containers,
- Freigabe durch die Reederei.
Zwischen der ETA des Schiffes und der tatsächlichen Abholbereitschaft des Containers kann deshalb zusätzliche Zeit liegen.
Warum kann sich die ETA verändern?
Ein Containerschiff fährt auf einer Reise häufig mehrere Häfen an. Verzögerungen an einer Station können sich daher auf den weiteren Fahrplan auswirken. Mögliche Ursachen für eine veränderte ETA sind:
Wetterbedingungen
Stürme, hoher Seegang oder außergewöhnliche Wetterlagen können dazu führen, dass ein Schiff seine Geschwindigkeit reduziert, einen Hafen später erreicht oder seine Route anpasst.
Hafenüberlastungen
Sind Terminals stark ausgelastet, kann ein Schiff auf einen freien Liegeplatz warten müssen. Auch die Entladung und Bereitstellung der Container kann sich dadurch verzögern.
Verspätungen aus vorherigen Hafenanläufen
Kommt ein Schiff bereits verspätet aus einem vorherigen Hafen, wirkt sich dies häufig auf die weiteren Stationen der Reise aus.
Transshipment
Nicht jeder Container wird mit nur einem Schiff direkt zum Zielhafen transportiert. Bei einem Transshipment wird er in einem Zwischenhafen entladen und auf ein anderes Schiff umgeladen.
Verspätet sich das erste Schiff oder wird der geplante Anschluss geändert, kann sich die Weiterreise entsprechend verschieben.
Änderungen der Hafenrotation
Reedereien können Fahrpläne, Hafenreihenfolgen oder Anläufe aus operativen Gründen anpassen. In einzelnen Fällen wird ein Hafen später angelaufen oder ausgelassen.
Technische oder operative Störungen
Technische Probleme an Schiffen, Kränen oder Terminalanlagen können ebenfalls Auswirkungen auf den Transportverlauf haben.
Warum zeigt das Tracking manchmal längere Zeit keinen neuen Status?
Fehlt über mehrere Tage eine neue Meldung, bedeutet das nicht automatisch, dass der Container stillsteht oder verloren gegangen ist. Während einer längeren Seepassage gibt es möglicherweise schlicht kein neues meldepflichtiges Ereignis. Der letzte Status bleibt dann so lange bestehen, bis der nächste Abschnitt der Transportkette erreicht wurde. Ebenso kann es vorkommen, dass eine neue Meldung erst zeitversetzt im Tracking-System erscheint.
Deshalb sollte eine einzelne Statusanzeige immer im Zusammenhang mit dem geplanten Transportweg, dem Fahrplan und den bisherigen Ereignissen betrachtet werden.
Trackingdaten richtig einordnen
Tracking-Systeme schaffen Transparenz, müssen aber richtig interpretiert werden.
Eine reine Statusmeldung beantwortet nicht immer alle Fragen. Entscheidend ist unter anderem:
- Wie aktuell ist die Information?
- Bezieht sich die ETA auf das Schiff oder auf die gesamte Sendung?
- Gibt es einen Umschlaghafen?
- Wurde ein Anschluss bereits bestätigt?
- Ist der Container nur angekommen oder bereits verfügbar?
- Sind noch Freigaben oder weitere Schritte erforderlich?
Gerade bei zeitkritischen Lieferungen reicht es deshalb nicht aus, lediglich auf eine Positions- oder Statusanzeige zu schauen. FR8 Logistik GmbH begleitet den Transportverlauf, prüft relevante Statusänderungen und ordnet mögliche Auswirkungen auf die weitere Lieferkette ein. So können Unternehmen ihre Abläufe realistischer planen und bei Veränderungen frühzeitig reagieren.
Container-Tracking sorgt für mehr Transparenz entlang der internationalen Transportkette. Das übliche Tracking zeigt jedoch überwiegend einzelne Statusereignisse und voraussichtliche Termine – keine durchgängige Live-Position. Für eine verlässliche Planung kommt es deshalb nicht nur auf die verfügbaren Daten an, sondern auch auf deren Aktualität und richtige Einordnung. Eine veränderte ETA, eine fehlende Statusmeldung oder die Ankunft des Schiffes müssen stets im Zusammenhang mit dem gesamten Transportverlauf betrachtet werden.
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